26/10/2016

GESUNDHEIT UND SICHERHEIT IN SPANIEN

Allgemeine Hinweise

Vorab zu berücksichtigen

Um das Gesundheitssystem in Spanien nutzen zu können, müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

  1. Als Residenter besitzen Sie eine spanische Sozialversicherungskarte –sie ist so ähnlich wie die Karte, die wir von der Krankenkasse kennen-.
  2. Als EUUrlauber gilt die Krankenkassenkarte –die EU-Seite, die sich meistens auf der Rückseite Ihrer Krankenkassenkarte befindet-. Als Nichteuropäer sollten Sie sich unbedingt mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen, bevor Sie ins Ausland reisen. Manche Länder haben einen Abkommen untereinander. Aber das wird Ihnen Ihre zuständige Krankenkasse mitteilen.

Darüber hinaus gibt es in Spanien auch private Krankenhäuser und Arztpraxen, die Ihnen nach ihrer Dienstleistung eine Rechnung stellen werden. Die Kosten dieser Zentren müssen Sie selbst tragen.

Wie funktioniert die medizinische Versorgung in Spanien?

Das spanische Gesundheitssystem verfügt über ein dichtes Netz von Gesundheitszentren (Polikliniken) und Krankenhäusern, die über das ganze Land verteilt sind.

In den Gesundheitszentren oder Polikliniken wird die Grundversorgung (Familienmedizin, Kinderarzt, Krankenpflege sowie evtl. Hebammen, Physiotherapeuten und Sozialarbeitern) geleistet. Anders als in anderen Ländern, ist in Spanien die nächstgelegene Poliklinik zuständig. Man darf den Arzt nicht selbst wählen, da er automatisch zugewiesen wird. Falls man einen Termin beim Spezialisten benötigt, bekommt man die Überweisung auch in der zuständigen Poliklinik.

Sie müssen daher mit Wartezeiten rechnen, da sie gut besucht sind. Im Bedarfsfall wird die ärztliche Versorgung auch in der Wohnung des Patienten geleistet. Man kann dort anrufen und der zuständigen Mitarbeiterin mitteilen, dass der Patient körperlich nicht in der Lage ist, das Bett zu verlassen. Der Arzt besucht dann den Patienten zu Hause in der Regel nach seinem Dienst in der Poliklinik.

Auf dem Land und in kleinen Orten gibt es häufig Arztpraxen, in denen die Ärzte der Gegend regelmäßig Sprechstunde halten.

Die Krankenhäuser sind für die fachärztliche Versorgung und für OPs zuständig. Die Ärzte der Polikliniken (Grundversorgung) stellen die Überweisung dorthin aus. Außerdem gibt es in Krankenhäusern und bestimmten Gesundheitszentren einen Notdienst.

Wichtiger Hinweis: Sie können Ihre Botschaft oder Ihr Konsulat nach einer Auflistung der Ärzte in Ihrem Gebiet fragen. Auch welche Fremdsprachen, bzw. Ihre Sprache sprechen. Meistens haben Konsulate oder Botschaften solche Listen für ihre Bürger.

Wann Sie Vordrucke benötigen

Für eine Hämodialyse oder eine andere Spezialbehandlung benötigen Sie das Formular E-112 sowie die ausdrückliche Zustimmung Ihres nationalen Versicherungsträgers. (Bitte zum Zeitpunkt Ihrer Abreise diese Angaben bestätigen. Gesetze, Richtlinien oder andere Maßnahmen können sich zu jederzeit verändern, bzw. sie können aktualisiert werden.)

Sie sollten wissen, dass Zahnbehandlungen in Spanien nicht gedeckt sind, außer es handelt sich um das dringend notwendige Ziehen eines Zahns.

Auch der Rücktransport im Falle einer Krankheit ist nicht eingeschlossen.

Notfallnummer

Die kostenlose Notrufnummer 112 ist in ganz Spanien erreichbar. Ihr Anruf wird auf Spanisch entgegengenommen, in Fremdenverkehrsgebieten auch auf Englisch, Französisch und Deutsch. Auch in manchen Kliniken in Fremdenverkehrsgebieten kann man möglicherweise in Fremdsprachen bedient werden.

Diese Nummer gilt auch für die Polizei, nicht nur im Krankheitsfall.

Apotheken und Medikamente

In Spanien werden Medikamente nur in Apotheken verkauft. Man erkennt sie sofort, weil sie mit einem großen grünen Kreuz versehen sind. Die Rezepte für die benötigten Medikamente stellt der Arzt aus. Das geschieht grundsätzlich in den Polikliniken, die für die Grundversorgung zuständig sind. Als EU-Bürger oder Staatsbürger eines Landes, mit dem Spanien entsprechende Abkommen geschlossen hat, hat man ein Recht auf dieselben Leistungen wie die spanischen Staatsbürger.

Private Zusatzversicherung

Für die Grundversorgung wird auch manchmal eine private zusätzliche Krankenversicherung abgeschlossen, um Wartezeiten in den Polikliniken zu meiden. Das hat auch den Vorteil, dass man in der Regel den Arzt wählen kann, weil man dann auf die Polikliniken nicht mehr angewiesen ist. Eine zusätzliche Krankenversicherung hat auch seine Nachteile: Dort bekommt man selten Medikamente verschrieben, da der „offizielle“ Arzt aus der Poliklinik die Zuständigkeit hierfür hat.

Die offizielle Sozialversicherung (Renten-, kranken- und Arbeitslosenversicherung) ist Pflicht und sinnvoll, dennoch wäre empfehlenswert –für kleinere Angelegenheiten- eine private Zusatzversicherung abzuschließen.

Danksagung: Ich möchte mich beim offiziellen spanischen Tourismusportal für ihre wertvollen Informationen bedanken, auch bei der Conserjería de Sanidad und bei Euroresidentes…pasión por la vida.
Wichtiger Hinweis: Bestätigen Sie bitte zum Zeitpunkt Ihrer Abreise die Gültigkeit dieser Angaben, vor allem hinsichtlich Krankenkarte und wichtigen Dokumente. Gesetze, Richtlinien oder andere Maßnahmen können sich zu jederzeit verändern, bzw. sie können aktualisiert werden.

 

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